Inklusion

Was uns wichtig ist: Inklusion

Inklusion – was sich hinter diesem Begriff verbirgt, ist nicht etwa ein Synonym für „Integration“,  sondern steht für die Entwicklung einer heterogenen, also vielfältigen und gemischten Gesellschaft. Ziel der Inklusion ist es also nicht, jemanden zu einem isolierten Bestandteil der Gesellschaft zu machen, sondern diese Person als Individuum in eine Gesellschaft aus unterschiedlichen Individuen einzugliedern.

Der Begriff der Inklusion wird häufig gleichgesetzt mit dem Eingliedern körperlich oder geistig beeinträchtigter Schülerinnen und Schüler in allgemeine Schulen, aber dies ist nur ein Bruchteil dessen wofür Inklusion tatsächlich steht.

Denn Inklusion betrifft nicht nur beeinträchtigte Mitmenschen, sondern sorgt für den vollen Ausgleich körperlicher und geistiger Entwicklung sowie sozialer und kultureller Herkunft. Das Prinzip der Inklusion geht außerdem nicht nur Schulen, sondern auch andere Bildungseinrichtungen wie Kindergärten und berufsorientierte Zweige, aber auch Vereine, Gruppen und die Arbeitswelt an.

Also: Inklusion betrifft die gesamte Bevölkerung – und am Ende profitieren alle davon!

Inklusion im Schulsystem ist eine „Pädagogik der Vielfalt”. Das heißt, Diversität wird als etwas ganz Natürliches in den Lernprozess eingebunden, und alle Schülerinnen und Schüler erlernen toleranteres und offeneres Verhalten. Dies gilt in Projekten besonders der Einbeziehung behinderter Schüler.

2009 trat in Deutschland die im Jahr 2006 von den Vereinten Nationen verabschiedete Behindertenrechtskonvention in Kraft. Sie garantiert:

  • gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • Lebensstandard und sozialen Schutz
  • Eine Vermeidung der grundsätzlich drohenden gesellschaftlichen Separation
  • „die voll und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft und die Einbeziehung in die Gesellschaft“
  • „die Achtung vor der Unterschiedlichkeit von Menschen mit Behinderungen und die Akzeptanz dieser Menschen als Teil der menschlichen Vielfalt und der Menschheit“

(aus den allgemeinen Grundsätzen, Art.3)

Noch sieht die Realität an deutschen Schulen allerdings anders aus: mehr als 85% aller Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf besuchen sogenannte Sonderschulen, es gibt für sie kaum die Möglichkeit, den Wechsel an eine allgemeine Schule zu schaffen.

Dies ist nach der UN-Konvention für Behinderte menschenrechtswidrig und verstößt gegen das gesetzte Ziel, dass 90% aller dieser Schülerinnen und Schüler allgemeine Schulen besuchen sollen. Also: es stellt sich für uns überhaupt nicht die Frage, ob Inklusion im Bereich behinderter Mitschülerinnen und –schüler ein Thema werden soll.

Aus diesen Gründen haben wir als Verein zur politischen Partizipation uns das Ziel gesetzt Inklusion nicht nur zu fördern sondern auch aktiv zu leben.

Auszeichnung:

Bereits die zweite Veranstaltung des Vereins zur politischen Partizipation verfolgte das Ziel Inklusion Jugendlichen näher zu bringen.

Die Veranstaltung GrenzenLOS kombinierte Erfahrungsberichte, Expertengespräche und einen lockeren Ausklang in jugendlichem Ambiente zu einer tollen Möglichkeit für Jugendlichen sich über Inklusion zu informieren.

Für das Engagement zum Thema Inklusion wurde die Veranstaltung „grenzenLOS“ in 2013 mit dem Sonderpreis Inklusion des Wiesbadener Leonardo Awards 2013 ausgezeichnet.